Operative Kunst
Entschluss, Bewegung und Urteilskraft im Krieg
Am 24. Juni 1869 erschien Helmuth von Moltkes „Verordnung für die höheren Truppenführer“. Sie gehört zu den Grundtexten deutscher Führungslehre, weil sie den Krieg aus der Lage, aus dem Zweck und aus dem Entschluss begreift. Der höhere Führer hat den Operationsgedanken so zu fassen, dass der nachgeordnete Führer auch dann handlungsfähig bleibt, wenn der Marsch anders verläuft, die Verbindung stockt, der Feind anders handelt oder der Zufall den vorgesehenen Ablauf verändert.
Quellenangabe
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Moltke, Helmuth Karl Bernhard von: „Aus den Verordnungen für die höheren Truppenführer vom 24. Juni 1869“. In:
Großer Generalstab, Abteilung für Kriegsgeschichte I. (Hrsg.): Moltkes taktisch-strategische Aufsätze aus den
Jahren 1857 bis 1871. Zur hundertjährigen Gedenkfeier der Geburt des General-Feldmarschalls Grafen von Moltke. In: Moltkes Militärische Werke.
II. Die Tätigkeit als Chef des Generalstabes der Armee im Frieden. Zweiter Teil. Berlin: Mittler und Sohn, 1900.
Primärquelle zur Verordnung von 1869. Die digital sichtbare erste Seite weist Titel und Datum der Verordnung aus. -
Moltke, Helmuth Karl Bernhard von: „Über Strategie“ (1871). In: Kriegsgeschichtliche Einzelschriften, Heft 13, 1890; später in: Moltkes Militärische Werke, Band 2, Teil 2. Berlin: Mittler und Sohn,
1900.
Quelle für den Gedanken, dass ein Operationsplan nur bis zum ersten Zusammentreffen mit der feindlichen Hauptmacht mit einiger Sicherheit reicht. -
Bundeswehr: „Operative Führung“.
Darstellung der operativen Führung als Mittler zwischen Strategie und Taktik sowie des Führens mit Auftrag als Leitprinzip. -
Bundeswehr, Zentrum Innere Führung: „Führen mit Auftrag“.
Erläuterung des Führungsprinzips, bei dem der Vorgesetzte Ziel und Absicht vorgibt, während der nachgeordnete Führer bei der Durchführung Spielraum erhält. -
Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr: „Operatives Denken bei Clausewitz, Moltke,
Schlieffen und Manstein“.
Einordnung Moltkes in die deutsche Tradition operativen Denkens; besonders geeignet für den Zusammenhang von Entschluss, einfachem Gedanken und operativer Führung. -
Zur Zitierlage:
Das Zitat „Fester Entschluss und beharrliche Durchführung eines einfachen Gedankens führen am sichersten zum Ziel“ wird den „Verordnungen für die höheren Truppenführer“ vom 24. Juni 1869 zugeschrieben und in Moltkes Militärische Werke, Band 2, Teil 2, Berlin 1900, S. 171, nachgewiesen.
Das Zitat „Will man angreifen, so muss es mit Entschiedenheit geschehen“ wird ebenfalls den Verordnungen vom 24. Juni 1869 zugeschrieben; als Fundstelle wird Moltkes Militärische Werke, Band 2, Teil 2, Berlin 1900, S. 213, genannt.
