Deutschland 1945 - 1990

MC-Trainer: 08 Module - 40 Fragen


Brandenburger Tor, 09. November 1989 | Dr. Wrede & Partner

Der „Fall der Berliner Mauer“, Brandenburger Tor, 09. November 1989


🏮  „Wohlstand für alle.“
Ludwig Erhard, 1957
Die Formel wurde zur Leitbild der Sozialen Marktwirtschaft und prägte den normativen Kern der westdeutschen Nachkriegsordnung.

🏮  „Mehr Demokratie wagen.“
Willy Brandt, Regierungserklärung 1969
Programmatischer Anspruch auf Reform innerhalb der bestehenden Ordnung. Öffnung des politischen Systems ohne Systembruch.

🏮  „Wir sind das Volk.“
— Losung der Leipziger Montagsdemonstrationen 1989
Rückforderung politischer Souveränität durch die Bürger. Wendepunkt vom Parteistaat zur Selbstbestimmung.


Bereit.

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Zeitleiste


1945–1949: Zusammenbruch und Besatzungsordnung


  • 08.05.1945 Bedingungslose Kapitulation

  • 1945 Aufteilung in vier Besatzungszonen

  • Aug. 1945 Potsdamer Abkommen

  • 1945–1948 Entnazifizierung und Demontagen

  • 1947 Verkündung des Marshallplans

  • 20.06.1948 Währungsreform in den Westzonen

  • 1948/49 Berlin-Blockade und Luftbrücke


1949: Staatsgründungen


  • 23.05.1949 Verkündung des Grundgesetzes

  • 14.08.1949 Erste Bundestagswahl

  • 07.10.1949 Gründung der DDR


1950–1959: Systembildung und Blockintegration


  • 17.06.1953 Volksaufstand in der DDR

  • 1954/55 Pariser Verträge

  • 1955 NATO-Beitritt der Bundesrepublik

  • 1955 Gründung des Warschauer Pakts

  • 1957 Römische Verträge


1961: Fixierung der Teilung


  • 13.08.1961 Bau der Berliner Mauer


1960er–1970er: Entspannung und geregelte Koexistenz


  • 1969 Regierungswechsel in der Bundesrepublik

  • 1970 Moskauer und Warschauer Verträge

  • 1972 Grundlagenvertrag

  • 1973 Beitritt beider deutscher Staaten zur UNO

  • 1975 KSZE-Schlussakte von Helsinki


1980–1988: Systemkrise der DDR


  • 1980er Jahre Wirtschaftliche Stagnation und Verschuldung der DDR

  • 1985 Beginn von Reformen in der Sowjetunion

  • 1987 Staatsbesuch Honeckers in der Bundesrepublik


1989–1990: Umbruch und Einheit


  • Mai 1989 Kommunalwahlen in der DDR und offene Kritik

  • Sommer 1989 Ausreisebewegung über Osteuropa

  • 09.11.1989 Öffnung der Berliner Mauer

  • 18.03.1990 Erste freie Volkskammerwahl

  • 01.07.1990 Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion

  • 12.09.1990 Zwei-plus-Vier-Vertrag

  • 03.10.1990 Deutsche Einheit


12 Schlüsseltexte 1945-1990


„Bedingungslose Kapitulation“ (1945)
Beendet den Zweiten Weltkrieg. Entzieht Deutschland die staatliche Souveränität und begründet die alliierte Besatzungsordnung.

„Potsdamer Abkommen“ (1945)
Legt die Grundlinien der Nachkriegsordnung fest. Rahmen für politische und wirtschaftliche Neuordnung unter alliierter Kontrolle.

„Marshallplan“ (1947)
Wirtschaftliches Wiederaufbauprogramm für Westeuropa. Beschleunigt die Westintegration und vertieft die Systemtrennung.

„Währungsreform“ (1948)
Neuordnung des Geldwesens in den Westzonen. Zentrale wirtschaftliche Weichenstellung der Teilung.

„Grundgesetz“ (1949)
Verfassungsordnung der Bundesrepublik. Bindet staatliche Gewalt an Grundrechte und parlamentarische Verantwortung.

„Verfassung der DDR“ (1949)
Formale Grundlage des ostdeutschen Staates. Politische Realität wird durch Parteiherrschaft bestimmt.

„Pariser Verträge“ (1954/55)
Regeln Souveränitätsschritte und Bündnisintegration der Bundesrepublik. Voraussetzung für Wiederbewaffnung und NATO-Mitgliedschaft.

„Warschauer Pakt“ (1955)
Militärisches Bündnissystem des Ostblocks. Sicherung der DDR im sowjetischen Machtbereich.

„Mauerbau“ (1961)
Physische Fixierung der deutschen Teilung. Herrschaftssicherung der DDR durch Grenzregime.

„Grundlagenvertrag“ (1972)
Rechtliche Regelung der Beziehungen zwischen beiden deutschen Staaten. Anerkennung des Status quo ohne Aufgabe des Einheitsziels.

„KSZE-Schlussakte von Helsinki“ (1975)
Verknüpft Sicherheitsordnung mit Menschenrechtsnormen. Referenzrahmen für Opposition und Ausreiseforderungen.

„Zwei-plus-Vier-Vertrag“ (1990)
Außenpolitischer Abschluss der deutschen Einheit. Stellt volle Souveränität und sicherheitspolitische Einbindung her.


Didaktische Entwicklungslinie


Deutschland 1945–1990  

  • Staatliche Souveränität geht 1945 verloren, politische Ordnung wird von außen gesetzt

  • Besatzungspolitik schafft unterschiedliche institutionelle und wirtschaftliche Pfade

  • Zwei Staatsgründungen fixieren 1949 die Systementscheidung

  • Bundesrepublik stabilisiert sich durch Rechtsstaat, parlamentarische Mehrheitsbildung und Westintegration

  • DDR stabilisiert sich durch Parteiherrschaft, Planwirtschaft und Sicherheitsapparat

  • Die Mauer 1961 beendet die offene Abwanderung und sichert die DDR durch Zwang

  • Entspannungspolitik verschiebt die Konfliktform, sie hebt die Teilung nicht auf

  • Internationale Anerkennung beider Staaten stabilisiert den Status quo, während die innere Divergenz wächst

  • In der Bundesrepublik wird Wandel durch pluralistische Verfahren verarbeitet, nicht durch Zwang

  • In der DDR wächst die Kluft zwischen Anspruch und Leistungsfähigkeit, Reform wird verweigert

  • 1989 bricht die politische Kontrolle unter innerem Druck und verändertem außenpolitischem Rahmen zusammen

  • 1990 wird Einheit vertraglich ermöglicht und staatsrechtlich vollzogen


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