Der UK-Coach

10 Module - 100 Fragen


Runnymede 1215 - Ort der Magna Carta | Dr. Wrede & Partner

🏮  There is much matter to be heard and learn’d.

William Shakespeare (As You Like It, 5.4)


Bereit.

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Chronologie


Antike und Frühmittelalter

  • 55/54 v. Chr. – Erste Britannienfeldzüge Caesars

  • 43 n. Chr. – Beginn der römischen Eroberung Britanniens

  • 122 – Bau des Hadrianswalls

  • 410 – Ende der römischen Herrschaftsausübung in Britannien

  • 597 – Mission des Augustinus von Canterbury, Beginn der Christianisierung

  • 793 – Überfall auf Lindisfarne, Beginn der Wikingerzeit

Hochmittelalter

  • 878 – Sieg Alfreds des Großen bei Edington

  • 1066 – Schlacht bei Hastings, normannische Eroberung

  • 1086 – Domesday Book

  • 1166 – Assize of Clarendon, Grundlagen des Common Law

  • 1215 – Magna Carta

  • 1295 – „Model Parliament“ Edwards I.

Spätmittelalter und Tudorzeit

  • 1337–1453 – Hundertjähriger Krieg

  • 1415 – Schlacht von Agincourt

  • 1485 – Schlacht von Bosworth, Beginn der Tudorherrschaft

  • 1534 – Act of Supremacy, Bruch mit Rom

  • 1558–1603 – Regierung Elizabeths I.

  • 1588 – Niederlage der Spanischen Armada

Stuartzeit und Revolutionen

  • 1603 – Personalunion England–Schottland (James VI./I.)

  • 1642–1649 – Englischer Bürgerkrieg

  • 1649 – Hinrichtung Karls I.

  • 1660 – Restauration der Monarchie

  • 1688/89 – Glorious Revolution

  • 1689 – Bill of Rights

Georgianisches Zeitalter

  • 1707 – Act of Union, Entstehung Great Britain

  • 1714 – Beginn der hannoverschen Dynastie

  • 1756–1763 – Siebenjähriger Krieg

  • 1776 – Amerikanische Unabhängigkeitserklärung

  • 1805 – Seeschlacht von Trafalgar

  • 1807 – Verbot des britischen Sklavenhandels

  • 1832 – First Reform Act

Viktorianisches Zeitalter

  • 1837–1901 – Regierungszeit Queen Victorias

  • 1857 – Indischer Aufstand

  • 1867 – Second Reform Act

  • 1870 – Elementary Education Act

  • 1899–1902 – Zweiter Burenkrieg

20. Jahrhundert

  • 1914–1918 – Erster Weltkrieg

  • 1917 – Balfour-Deklaration

  • 1939–1945 – Zweiter Weltkrieg

  • 1945 – Wahlsieg der Labour Party, Beginn des Wohlfahrtsstaats

  • 1947 – Unabhängigkeit Indiens und Pakistans

  • 1948 – Gründung des NHS

  • 1956 – Suezkrise

  • 1969–1998 – The Troubles in Nordirland

Gegenwart

  • 1973 – Beitritt zur EWG

  • 1979–1990 – Regierung Margaret Thatcher

  • 1986 – „Big Bang“ der Finanzmärkte

  • 1998 – Good Friday Agreement

  • 1999 – Devolution, schottisches Parlament

  • 2016 – Brexit-Referendum

  • 2020 – Vollzug des EU-Austritts

  • 2022 – Thronwechsel zu Charles III.


12 Schlüsseltexte der britischen Geschichte


  1. Magna Carta (1215)
    Begründet die Bindung der Krone an Recht. Ursprung des Prinzips des rechtmäßigen Verfahrens.

  2. Provisions of Oxford (1258)
    Früher Versuch, königliche Macht institutionell durch einen Rat zu kontrollieren.

  3. Model Parliament (1295)
    Erste systematische Einbindung von Städten und Rittern. Keimform parlamentarischer Repräsentation.

  4. Act of Supremacy (1534)
    Begründet die Oberhoheit des Königs über die Kirche. Staatliche Souveränität vor religiöser Autorität.

  5. Petition of Right (1628)
    Begrenzt Steuererhebung und Zwangsmaßnahmen der Krone. Vorstufe moderner Grundrechte.

  6. Instrument of Government (1653)
    Einzige geschriebene Verfassung Englands. Ausdruck republikanischer Ordnungsvorstellung.

  7. Habeas Corpus Act (1679)
    Schützt vor willkürlicher Haft. Kernbestand rechtsstaatlicher Sicherungen.

  8. Bill of Rights (1689)
    Fixiert die parlamentarische Monarchie. Grundlage moderner Verfassungsordnung.

  9. Act of Union 1707 (1707)
    Schafft den Staat Great Britain durch vertragliche Vereinigung.

  10. Reform Act 1832 (1832)
    Durchbruch zur demokratischen Repräsentation ohne revolutionären Bruch.

  11. Parliament Act 1911 (1911)
    Begrenzt das Vetorecht des Oberhauses. Stärkung demokratischer Mehrheiten.

  12. Good Friday Agreement (1998)
    Konfliktlösung durch institutionelle Machtteilung und Zustimmung der Bevölkerung.


Didaktische Gesamtlogik


Die zwölf Texte sind nicht als lose Abfolge zu lesen, sondern als zusammenhängende Entwicklung der politischen Ordnung in Großbritannien. Am Anfang steht die Einsicht, dass Herrschaft an Recht gebunden sein muss (1). Aus dieser Begrenzung erwächst der Versuch, jedwede Macht dauerhaft zu kontrollieren, zunächst durch beratende Gremien und Räte (2), später durch feste institutionelle Formen der Mitwirkung (3).

Mit der Reformation wird die staatliche Souveränität ausdrücklich von religiöser Autorität getrennt (4). Darauf aufbauend werden die individuelle Rechte nicht nur formuliert, sondern gegenüber der Krone rechtlich einklagbar gemacht (5). In Phasen tiefgreifender Krise wird die politische Ordnung experimentell neu gedacht und erstmals in geschriebener Form fixiert (6).

Die persönliche Freiheit wird anschließend durch verbindliche rechtsstaatliche Garantien gesichert (7). In der Folge setzt sich das Parlament dauerhaft als zentrales Organ der Gesetzgebung und Kontrolle durch (8). Der Staat selbst entsteht nicht durch Eroberung, sondern durch die vertragliche Vereinigung politischer Gemeinschaften (9).  

Die demokratische Beteiligung wird im 19. Jahrhundert schrittweise erweitert und an die gesellschaftlichen Veränderungen angepasst (10). Im frühen 20. Jahrhundert setzt sich das Prinzip der Volkssouveränität institutionell durch, indem demokratisch legitimierte Mehrheiten gegenüber den traditionellen Machtzentren gestärkt werden (11). Am Ende dieser Entwicklung steht die Fähigkeit, auch innere Konflikte nicht mehr gewaltsam, sondern durch rechtlich verbindliche Vereinbarungen zu befrieden (12).


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