Goethe-Schiller-Denkmal vor dem Deutschen Nationaltheater in Weimar, dem namensgebenden Ort der Weimarer Republik und Tagungsort der Nationalversammlung von 1919.
🏮 „Man erblickt nur, was man schon weiß und versteht.“
— Johann Wolfgang von Goethe, Zur Farbenlehre (Didaktischer Teil)
🏮 „„Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei, und würd er in Ketten geboren.“
— Friedrich Schiller, Wilhelm Tell (IV, 2)
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28.06.1914 Attentat von Sarajevo
Auslöser der Julikrise und Eskalation der Bündnissysteme.
01.08.1914 Kriegsbeginn für Deutschland
Übergang zum industriellen Massenkrieg.
Aug. 1914 Schlacht bei Tannenberg
Deutscher Sieg im Osten ohne strategische Entscheidung.
Sept. 1914 Erste Marneschlacht
Scheitern des Schlieffenplans, Beginn des Stellungskrieges.
1916 Schlacht um Verdun
Symbol des Abnutzungs- und Materialkrieges.
1916 Schlacht an der Somme
Zuspitzung des industriellen Vernichtungskrieges.
1916 Machtzuwachs der Obersten Heeresleitung
Militarisierung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft unter der Führung von Hindenburg und Ludendorff.
1916 Deutsches Waffenstillstands- und Friedensangebot (Dezembernote)
Parallel zur verschärften Kriegsführung sondierte die Reichsleitung einen Verhandlungsfrieden, ohne konkrete Zugeständnisse zu machen; die Entente lehnte ab, da sie ihre Position als
zunehmend überlegen einschätzte.
06.04.1917 Kriegseintritt der USA
Strategische Wende zugunsten der Entente.
Frühjahr 1918 Deutsche Frühjahrsoffensive
Letzter Versuch des Deutschen Kaiserreichs an der Westfront einen für die Mittelmächte günstigen Ausgang des Krieges herbeizuführen.
Aug. 1918 Niederlage bei Amiens
Beginn des militärischen Zusammenbruchs.
09.11.1918 Abdankung des Kaisers, Ausrufung der Republik
Politischer Zusammenbruch der Monarchie.
11.11.1918 Waffenstillstand von Compiègne
Ende des Krieges. Formell kein Kapitulationsakt, jedoch unter Bedingungen geschlossen, die das Deutsche Reich militärisch entwaffneten. Beginn der Nachkriegsordnung.
Jan. 1919 Spartakusaufstand
Frühe Radikalisierung der politischen Konflikte.
19.01.1919 Wahl zur Nationalversammlung
Demokratische Legitimation der neuen Ordnung.
28.06.1919 Unterzeichnung des Versailler Vertrags
Außenpolitische Belastung und innenpolitische Delegitimierung.
11.08.1919 Inkrafttreten der Weimarer Verfassung
Demokratischer Neubeginn unter schwierigen Bedingungen.
13.03.1920 Kapp-Putsch
Fragilität der republikanischen Ordnung.
1921–1922 Politische Morde
Ausdruck anhaltender Radikalisierung.
11.01.1923 Ruhrbesetzung
Eskalation des Reparationskonflikts.
1923 Hyperinflation
Zerstörung wirtschaftlicher Sicherheit breiter Schichten.
08.–09.11.1923 Hitlerputsch
Früher, gescheiterter Machtversuch der NSDAP.
15.11.1923 Einführung der Rentenmark
Währungsstabilisierung.
1924 Dawes-Plan
Kreditgestützte wirtschaftliche Stabilisierung.
1925 Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten
Symbolische Rückbindung an vordemokratische Eliten.
1925 Locarno-Verträge
Außenpolitische Entspannung.
1926 Beitritt Deutschlands zum Völkerbund
Begrenzte internationale Reintegration.
1928 Reichstagswahl
Relative Stabilisierung der Republik.
1929 Young-Plan
Fortdauernde innenpolitische Konflikte.
24.10.1929 Beginn der Weltwirtschaftskrise
Externer Schock mit massiven innenpolitischen Folgen.
1930 Beginn der Präsidialkabinette
Regieren per Notverordnung.
1930–1932 Massenarbeitslosigkeit
Soziale Krise und politische Radikalisierung.
1932 Reichspräsidentenwahl
Hindenburg bleibt im Amt.
30.01.1933 Ernennung Hitlers zum Reichskanzler
Machtübertragung im Rahmen der Verfassung.
27.02.1933 Reichstagsbrand
Vorwand für massive Repression.
28.02.1933 Reichstagsbrandverordnung
Aufhebung zentraler Grundrechte.
23.03.1933 Ermächtigungsgesetz
Ausschaltung des Parlaments.
1933 Gleichschaltung
Unterordnung von Staat und Gesellschaft.
30.06.1934 Röhm-Putsch
Ausschaltung innerparteilicher Gegner.
02.08.1934 Tod Hindenburgs
Vereinigung zentraler Machtämter, Führerstaat.
1935 Nürnberger Gesetze
Juristische Ausgrenzung der Juden.
1935 Wiedereinführung der Wehrpflicht
Offene Aufrüstung.
07.03.1936 Remilitarisierung des Rheinlandes
Bruch der Nachkriegsordnung.
12.03.1938 Anschluss Österreichs
Erste territoriale Expansion.
09.–10.11.1938 Novemberpogrom
Eskalation antisemitischer Gewalt.
15.03.1939 Besetzung der Resttschechei
Übergang zur offenen Aggression.
23.08.1939 Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt
Vorbereitung des Krieges.
01.09.1939 Überfall auf Polen
Beginn des Zweiten Weltkriegs in Europa.
Mai–Juni 1940 Westfeldzug
Militärischer Höhepunkt deutscher Expansion.
22.06.1941 Angriff auf die Sowjetunion
Strategische Überdehnung, Vernichtungskrieg.
1941 Schlacht um Moskau
Scheitern des schnellen Sieges.
1942–02.02.1943 Schlacht von Stalingrad
Entscheidender Wendepunkt des Krieges.
Juli 1943 Schlacht bei Kursk
Übergang zur dauerhaften Defensive.
20.01.1942 Wannsee-Konferenz
Koordination der Vernichtungspolitik.
06.06.1944 Landung der Alliierten in der Normandie
Eröffnung der zweiten Front.
20.07.1944 Attentat und Umsturzversuch
Scheitern des militärischen Widerstands.
Dez. 1944 – Jan. 1945 Ardennenoffensive
Letzter deutscher Großangriff.
April–Mai 1945 Schlacht um Berlin
Militärischer Endkampf.
08.05.1945 Bedingungslose Kapitulation
Ende des Krieges in Europa.
„Kriegskreditbeschluss des Reichstags“ (1914)
Legitimiert den Eintritt in den Ersten Weltkrieg. Beginn der politischen Selbstentmachtung des Parlaments zugunsten des Kriegsstaates.
„Oktoberverfassung“ (1918)
Versuch der Parlamentarisierung des Kaiserreichs in der Endphase des Krieges. Die Reform kommt zu spät, um die Monarchie zu retten.
„Abdankungserklärung Wilhelms II.“ (1918)
Formales Ende der Monarchie. Öffnet den Weg für eine republikanische Ordnung ohne verfassungsrechtliche Übergangsregelung.
„Weimarer Verfassung“ (1919)
Begründet die erste demokratische deutsche Republik auf Reichsebene. Verbindet moderne Grundrechte mit strukturellen Schwächen der Exekutive.
„Versailler Diktat“ (1919)
Internationale Friedensordnung nach dem Ersten Weltkrieg. Dauerhafte Belastung der innenpolitischen Legitimität der Republik.
„Betriebsrätegesetz“ (1920)
Institutionalisiert Mitbestimmung in der Wirtschaft. Ausdruck sozialer Integration ohne Systemwechsel.
„Ermächtigungsgesetz“ (1933)
Überträgt legislative Gewalt auf die Regierung. Selbstaufhebung des Parlaments im Rahmen formaler Legalität.
„Reichstagsbrandverordnung“ (1933)
Setzt zentrale Grundrechte außer Kraft. Juristische Grundlage des dauerhaften Ausnahmezustands.
„Gesetz gegen die Neubildung von Parteien“ (1933)
Schafft den Einparteienstaat. Beendet den politischen Pluralismus formell und dauerhaft.
„Nürnberger Gesetze“ (1935)
Definieren Zugehörigkeit über Abstammung. Verrechtlichung antisemitischer Ideologie im Staatsrecht.
„Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt“ (1939)
Außenpolitische Absicherung des Kriegsbeginns. Temporäre Bündnislogik ohne ideologische Annäherung.
„Bedingungslose Kapitulation“ (1945)
Beendet den Zweiten Weltkrieg und die staatliche Handlungsfähigkeit des Deutschen Reiches. Ausgangspunkt für Besatzungsordnung und Neubeginn.
Deutsche Geschichte 1914–1945
Die zwölf Texte dokumentieren den Weg vom konstitutionellen Staat über eine instabile Demokratie zur totalitären Herrschaft und dem staatlichen Zusammenbruch.
Parlament legitimiert den Kriegseintritt und verliert politischen Gestaltungsspielraum
Militärische Entscheidungslogik dominiert staatliches Handeln
Monarchische Ordnung endet ohne verfassungsrechtlich geregelten Übergang
Republik entsteht unter den Bedingungen von Niederlage und äußerem Zwang
Verfassungsrechte werden formuliert, aber institutionell nicht abgesichert
Internationale Friedensordnung wirkt innenpolitisch delegitimierend
Soziale Integration stabilisiert den Alltag, nicht das politische System
Gesetzgebungskompetenz wird formal an die Exekutive übertragen
Ausnahmezustand wird zur dauerhaften Regierungsform
Politischer Pluralismus wird rechtlich beseitigt
Staatsrecht wird Träger ideologischer Ausgrenzung
Kriegspolitik führt zum Verlust staatlicher Handlungsfähigkeit.
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