Der Kapitalmarktbrief richtet sich an Anleger, Unternehmer und wirtschaftlich interessierte Leser, die den Einsatz künstlicher Intelligenz daran messen, inwieweit er die Ertragskraft eines Unternehmens stärkt oder zunächst nur Kapital bindet. Er untersucht die Bedingungen, unter denen die großen Plattform- und Cloud-Konzerne ihre hohen Ausgaben für Rechenleistung und Modellbetrieb bis 2031 in produktive KI-Anwendungen überführen können.
Im amerikanischen KI-Zyklus entscheidet dieser Maßstab über die Plausibilität des gegenwärtigen Booms. Die hohen Bewertungen bleiben nur gerechtfertigt, wenn der aufgebaute Kapitalstock in eine zahlungspflichtige Nutzung übergeht und nach den laufenden Betriebskosten ein Ergebnisbeitrag verbleibt.
Im chinesischen KI-Zyklus entscheidet dieselbe Ertragsfrage über den Bewertungsabschlag von Alibaba, Tencent und anderen Plattformkonzernen. Dieser Abschlag verringert sich erst, wenn ihre KI-Investitionen auf der Kostenbasis von Ascend, SMIC und CANN Ergebnisbeiträge ermöglichen, die hoch genug ausfallen, um die vom Markt eingepreisten politischen Risiken und technologischen Abhängigkeiten wirtschaftlich zu überlagern.
Der KI-Kapitalmarktbrief dient der Information und der allgemeinen wirtschaftlichen Einordnung. Er stellt weder eine Anlageberatung noch eine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinne dar. Er enthält weder eine Empfehlung zum Kauf, Halten oder Verkauf von Finanzinstrumenten noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots. Investitionsentscheidungen setzen eine eigenständige Prüfung der persönlichen, wirtschaftlichen, steuerlichen und rechtlichen Umstände voraus.
