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US-Sicherheitsstrategie 2025

Warnsignale aus Washington


National Security Strategy - US-Sicherheitsstragie - 2025 | Dr. Wrede & Partner

Abstract


The 2025 U.S. National Security Strategy depicts Europe as a region marked by structural weakness, shrinking economic weight, political fragmentation, and inadequate military capabilities. Washington argues that Europe’s challenges stem less from external threats than from internal erosion, intensified by regulatory overreach, demographic pressures, and institutional overextension. Germany emerges as both the principal vulnerability and the indispensable anchor of European self-assertion. 

The strategy calls on Europe to assume primary responsibility for its own defence, restore its industrial and strategic foundations, and develop the cohesion needed to act as a reliable partner. The message is clear: only a strong and self-confident Europe can preserve its role in the transatlantic order and prevent adversaries from shaping the continent’s future.


I. Eine neue strategische Tektonik


Die neue amerikanische Sicherheitsstrategie vom November 2025 beschreibt Europa nicht mehr als natürlichen Verbündeten, sondern als politischen Raum mit erkennbaren strukturellen Schwächen. Washington sieht militärische Defizite ebenso wie wirtschaftliche Erosion, politische Dysfunktion und gesellschaftliche Fragmentierung. Die Diagnose erfolgt mit ungewohnter Schärfe und mit dem erklärten Ziel, Europa zur Selbstbehauptung zu drängen. Damit markiert das Dokument eine strategische Zäsur, die Europa und insbesondere Deutschland zwingt, die Lage in ihrer ganzen Tiefe zu erfassen und die eigenen Handlungsspielräume neu zu ordnen.


II. Grundlinien der amerikanischen Strategie


Die Vereinigten Staaten ziehen drei Folgerungen. Erstens verlagern sie den Schwerpunkt auf ihre westliche Hemisphäre und die Konkurrenz mit China, was den europäischen Raum relativ entlastet, jedoch auch entwertet. Zweitens definieren sie Bedrohungen nicht mehr über Blocklogik, sondern durch funktionale Risikofaktoren wie Migration, politische Instabilität, digitale Verwundbarkeit und wirtschaftliche Abhängigkeit. Drittens stufen sie demografische Dynamiken als geopolitische Größe ein. Diese Überzeugung durchzieht das gesamte Dokument, das das mit der Warnung vor einem „prospect of civilizational erasure“ seine Schärfe erhält.


III. Europa im strategischen Weltbild der USA


Europa wird als Raum beschrieben, dessen wirtschaftlicher und politischer Einfluss rapide schrumpft. Der Anteil Kontinentaleuropas am Welt-BIP ist seit 1990 von 25 Prozent auf 14 Prozent gefallen. Die Strategie führt diese Entwicklung auf eine „regulatory suffocation“ zurück, die nach amerikanischer Sicht Kreativität, Unternehmertum und Innovationskraft systematisch lähmt. Die amerikanische Analyse lautet:

“Continental Europe has been losing share of global GDP … owing to national and transnational regulations that undermine creativity and industriousness.”

Noch schwerer wiegt aus amerikanischer Sicht die Frage der kulturellen Selbstbehauptung. Das Dokument beschreibt Migration, gebrochene Geburtenraten, institutionelle Überdehnung und den Verlust nationaler Identität als Faktoren einer drohenden Selbstauflösung:

“The real and more stark prospect is civilizational erasure.”
“Should present trends continue, the continent will be unrecognizable in 20 years or less.” 

Supranationale Institutionen wie die Europäische Union erscheinen weniger als Stabilitätsanker, vielmehr als Gebilde, die politische Freiheit und Souveränität begrenzen. Nach amerikanischem Verständnis gefährdet Europa seine Fähigkeit zur Selbstverteidigung durch eine Überdehnung seiner institutionellen Architektur.


IV. „Patriotische Parteien“ als strategische Chiffre


Während das Dokument keine spezifischen Parteien nennt, äußert es Sympathie für politische Strömungen, die nationale Identität, kulturelle Eigenständigkeit und Souveränität betonen. Die Formulierung lautet:

“The growing influence of patriotic European parties gives cause for great optimism.” 

Diese Aussage enthält keine parteipolitische Wertung, sondern spiegelt eine strategische Präferenz wider, die auf die Stärkung jener politischen und institutionellen Kräfte zielt, welche Europas Fähigkeit zur Selbstbehauptung tragen. Dass die amerikanische Regierung dabei keine einzelnen Akteure hervorhebt, folgt einer diplomatischen Zweckmäßigkeit, die darauf angelegt ist, Erwartungen zu formulieren, ohne sich in regionale Parteipositionen einzuschalten.


V. Europas sicherheitspolitische Eigenverantwortung


Der Kern der Strategie ist die Forderung, Europa müsse künftig eigenständig handeln. Die USA drängen darauf, dass europäische Staaten selbst die Hauptlast ihrer Verteidigung tragen und nicht mehr strukturell von amerikanischer Schutzgarantie abhängig bleiben:

“Europe must stand on its own feet and take primary responsibility for its own defense.”

Das Dokument führt zugleich aus, dass Europa über erhebliche Machtmittel verfügt, diese jedoch nicht nutzt. Im Verhältnis zu Russland wird insbesondere betont, dass Europa in fast allen konventionellen Bereichen überlegen sei, jedoch unter einem Mangel an politischer Selbstsicherheit leide:

“European allies enjoy a significant hard power advantage over Russia by almost every measure, save nuclear weapons.”
“This lack of self-confidence is most evident in Europe’s relationship with Russia.” 

Damit zeichnet Washington das Bild eines Kontinents, der über Mittel verfügt, sie jedoch nicht in strategische Wirkung überführt. Die amerikanische Strategie sieht die USA künftig nicht mehr primär als militärischen Garant, sondern als diplomatische Stabilisierungsmacht, die Eskalationen verhindern und Rahmenbedingungen aushandeln soll.


VI. Deutschlands besondere Lage


Deutschland steht im Zentrum der amerikanischen Kritik. Das Beispiel der chemischen Industrie wird explizit genannt:

“German chemical companies are building some of the world’s largest processing plants in China, using Russian gas that they cannot obtain at home.”

Darin verdichtet sich die amerikanische Diagnose: Deutschland verliert industrielle Tiefe, wird wirtschaftlich abhängig und politisch zögerlich. Gleichzeitig sieht Washington in Deutschland den entscheidenden Faktor für eine europäische Selbstbehauptung. Von Berlin wird erwartet, sowohl seine Verteidigungsfähigkeit real auszubauen als auch den Mut zu strategisch notwendigen Reformen aufzubringen.

Das Dokument warnt zudem, dass einige europäische Staaten aufgrund sinkender Geburtenraten und migrationsbedingter Transformationen langfristig „majority non-European“ werden könnten:

“Certain NATO members will become majority non-European.” 

Dies wirft aus amerikanischer Sicht die Frage auf, ob diese Staaten ihr Bündnisverständnis aufrechterhalten können. Die Warnung zielt weniger auf Demografie als auf politische Verlässlichkeit.


VII. Geopolitische Risiken und strategische Optionen


Die Strategie fordert eine Neuausrichtung der europäischen Politik entlang von sieben Prioritäten. Diese lauten:

  1. Stabilität in Europa und strategische Stabilität mit Russland wiederherstellen.

  2. Europa befähigen, als Gruppe souveräner Staaten eigenständig zu handeln.

  3. Widerstand gegen den aktuellen politischen Kurs innerhalb Europas fördern.

  4. Europäische Märkte für amerikanische Güter und Dienstleistungen öffnen.

  5. Zentrale, östliche und südliche Staaten Europas stärken, durch Wirtschaft, Waffen, Bildung und Kultur.

  6. Die Ausweitung der NATO beenden, um Fehlperzeptionen zu vermeiden.

  7. Europa zur Abwehr wirtschaftlicher Angriffe befähigen, insbesondere im Technologiebereich. 

Diese Vorgaben zeigen, dass die USA Europa weder aufgeben noch bevormunden wollen. Vielmehr soll Europa eine tragfähige Säule der westlichen Ordnung bilden. Gleichwohl bindet Washington diese Erwartung an die Bedingung, dass Europa seine strategischen Defizite erkennt und behebt.


VIII. Europas Auftrag im neuen Jahrzehnt


Die amerikanische Sicherheitsstrategie 2025 beschreibt mit ungewöhnlicher Klarheit, wo Europa sicherheitspolitisch an Stabilität verloren hat, und verbindet diese Diagnose mit der Erwartung, dass die europäischen Staaten ihre Grundlagen selbst erneuern. Für Deutschland entsteht daraus eine Verpflichtung, deren Bedeutung sich aus der Struktur der transatlantischen Ordnung ergibt und deren Erfüllung die politische Handlungskraft Europas in den kommenden Jahren prägen wird. Washington erkennt den Wert eines verlässlichen europäischen Partners, betrachtet jedoch die Festigung dieses Partners nicht mehr als eigene Aufgabe.

Europa entscheidet in den kommenden Jahren, ob es ein strategischer Akteur bleibt oder zum Objekt äußerer Kräfte werden wird. Die amerikanische Analyse lässt daran keinen Zweifel:

“We will need a strong Europe to help us successfully compete and to prevent any adversary from dominating Europe.”  

Die abschließende Frage richtet sich damit auf Europas Fähigkeit, den amerikanischen Alarmruf in verantwortliches Handeln zu verwandeln und jenen Kurswechsel einzuleiten, der die eigene Stellung im transatlantischen Gefüge stärkt und zukunftsfähig macht.


Kommentiertes Quellenverzeichnis


  • Executive Office of the President of the United States: National Security Strategy 2025 (Dezember 2025).
    Zentrale Primärquelle. Sie legt strategische Prioritäten, Bedrohungsbilder und die außenpolitische Selbstverortung der USA fest und bildet den analytischen Kern der Auswertung.

  • The White House: Statements and Releases 2024–2025.
    Ergänzende Regierungsdokumente, die politische Akzentsetzungen und die rhetorische Rahmung der Strategie sichtbar machen. Sie verdeutlichen Motive, die im Grundlagendokument nur angedeutet sind.

  • U. S. Department of Defense: Annual Reports und strategische Unterlagen 2024–2025.
    Primärquelle zur militärischen Umsetzung. Sie erlaubt die Überprüfung, ob strategische Zielsetzungen mit realen Ressourcen, Fähigkeitsentwicklungen und Prioritäten übereinstimmen.

  • U. S. Department of State: Hintergrundpapiere der Political-Military Affairs sowie European and Eurasian Affairs 2024–2025.
    Dokumente zur diplomatischen Ausgestaltung amerikanischer Sicherheitspolitik. Sie erläutern Erwartungen an Partner, regionale Schwerpunktsetzungen und operative Außenpolitik.

  • Congressional Research Service (CRS): Berichte 2023–2025.
    Autoritative Sekundäranalysen, die strategische Entscheidungen in einen fiskalischen, geopolitischen und innenpolitischen Kontext stellen. Besonders hilfreich für die Einordnung der offiziellen Strategie.

  • NATO: Annual Report und strategische Papiere 2023–2025.
    Relevante Ergänzungen zur transatlantischen Perspektive. Sie zeigen, wie amerikanische Vorgaben in den kollektiven Verteidigungsrahmen eingebettet sind und welche Erwartungen an europäische Partner entstehen.

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Präsentation

Hinweis: Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Gastbeitrag eines externen Autors, der unter Verwendung von Perplexity und Gamma erstellt wurde.



The White House on Dec. 5 released a 33-page document defining American national strategy. Both friends and enemies of the Trump administration should read the document, as it describes a fundamental shift in U.S. national strategy.

It consists of three main points:

  • The United States wants close economic ties with China, as well as an end to military tensions, with both sides assuming defensive postures.
  • Europe is responsible for its own defense and is now capable of defending itself.
  • The primary strategic interest of the United States is the Western Hemisphere.

The foundation of this strategy is that the United States’ priority must be its own national interests, namely its security and economic well-being.

Subscribers to Geopolitical Futurescan go here to read my full analysis and what I believe to be the most important element in this document: https://lnkd.in/eHsY26R7.


Anmerkung: Die vorstehenden Ausführungen dienen der sicherheitspolitischen Analyse und strategischen Bildung. Sie verstehen sich als wissenschaftlicher Diskussionsbeitrag und stehen in keinem dienstlichen Zusammenhang. Eine amtliche oder institutionelle Position wird damit nicht vertreten.