Die Heilige Allianz 2.0
Zur Struktur einer neuen globalen Ordnungspolitik
Machtpolitische Steuerungsarchitektur
Struktur und Anspruch des Board of Peace
Mit dem sogenannten Board of Peace verfolgt Donald Trump das Ziel, ein neues internationales Gremium zu schaffen, das offiziell der Befriedung des Gaza-Konflikts dienen soll. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass Gaza vor allem den Anlass bildet, während der weiter reichende Anspruch auf eine strukturelle Neuordnung internationaler Steuerung zielt. Im Kern geht es um den Aufbau einer dauerhaften, von Trump geführten Parallelstruktur zur bestehenden multilateralen Ordnung, die nicht auf formaler Gleichrangigkeit aller Beteiligten, sondern auf abgestufter Einflussnahme und hierarchisierter Kooperation beruht, deren sichtbarster institutioneller Ausdruck bislang die Vereinten Nationen sind.
Der hier verwendete Begriff Heilige Allianz 2.0 verweist auf eine strukturelle Parallele zur Ordnungskonzeption des frühen 19. Jahrhunderts, in der wenige handlungsfähige Akteure politische Stabilität durch enge Abstimmung, personale Verantwortung und exklusive Entscheidungsformate herstellten. In vergleichbarer Weise ist auch das Board of Peace auf einen begrenzten Kreis von Akteuren zugeschnitten, der politische Ordnung, administrative Kontrolle und Stabilisierung von Machtverhältnissen durch Konzentration von Entscheidungskompetenz, unmittelbare Steuerung und institutionelle Geschlossenheit zu sichern sucht.
Der Board of Peace erscheint damit weniger als klassisches Instrument kollektiver Konfliktlösung denn als machtpolitisch konzipiertes Projekt, das persönliche Führung, finanzielle Bindung und transaktionale Diplomatie systematisch miteinander verbindet.
Offizieller Auftrag und Reichweite
Der Ordnungsanspruch
Nach Darstellung des Weißen Hauses soll das Board of Peace die zweite Phase des Gaza-Plans begleiten und den politisch-administrativen sowie wirtschaftlichen Übergang des Gebiets nach dem Krieg koordinieren. Die operative Umsetzung ist einem neu geschaffenen National Committee for the Administration of Gaza übertragen, das als technokratisches Übergangsgremium konzipiert ist und grundlegende Verwaltungs- und Versorgungsfunktionen sichern soll.
Die bislang bekannt gewordene Charta des Board of Peace weist jedoch über diesen konkreten Auftrag hinaus. Gaza wird lediglich indirekt erwähnt, während der Rat selbst als internationale Organisation mit globalem Mandat beschrieben wird. Er versteht sich ausdrücklich als beweglicher und handlungsfähiger als bestehende Institutionen. Diese Selbstbeschreibung ist als bewusste Abgrenzung von den Vereinten Nationen zu lesen, deren Arbeitsweise Trump seit Jahren öffentlich kritisiert.
Zentralisierte Führungsstruktur
Personalisierte Entscheidungsgewalt
Die institutionelle Architektur des Board of Peace ist auf Donald Trump als zentrale Entscheidungsinstanz zugeschnitten. Er fungiert als Chairman und bündelt damit den Vorsitz, die strategische Richtlinienkompetenz sowie die maßgebliche Kontrolle über die institutionelle Entwicklung des Gremiums. Die Konzentration von Entscheidungsgewalt folgt damit einem historischen Muster personalisierter Ordnungspolitik, wie es für informelle Großmachtabsprachen des 19. Jahrhunderts charakteristisch war.
Auffällig ist, dass die Charta ihn nicht als Präsidenten der Vereinigten Staaten bezeichnet, sondern ausdrücklich als Privatperson. Zwar nimmt er parallel die Rolle des ersten Vertreters der US-Regierung wahr, diese Funktion ist jedoch an seine Amtszeit gebunden, während der Vorsitz des Friedensrats davon unabhängig besteht und keiner formalen zeitlichen Begrenzung unterliegt.
Dem Chairman ist ein Executive Board zugeordnet, dessen Zusammensetzung vollständig seiner Entscheidung unterliegt. Er ernennt die Mitglieder, kann sie abberufen und verlängert ihre Mandate. Zu diesem Kreis zählen unter anderem Marco Rubio, Steve Witkoff, Jared Kushner, Tony Blair, Ajay Banga sowie der Investor Marc Rowan. Das Executive Board fungiert dabei weniger als Kontrollorgan im klassischen Sinne denn als strategisches Begleit- und Beratungsgremium, dessen institutionelle Eigenständigkeit begrenzt bleibt.
Für das Amt des Chairmans sieht die Satzung weder eine reguläre Amtszeit noch eine turnusmäßige Überprüfung vor. Eine Absetzung ist ausschließlich durch freiwilligen Rücktritt oder durch die Feststellung einer Amtsunfähigkeit möglich, die wiederum eine einstimmige Entscheidung des Executive Boards voraussetzt. Damit ist die personelle Kontinuität an der Spitze des Board of Peace strukturell abgesichert und von politischen Wechseln innerhalb staatlicher Ämter weitgehend entkoppelt.
Macht und Entscheidungslogik
formalisierte Asymmetrie
Formal verfügt jeder Mitgliedstaat über eine Stimme. In der praktischen Ausgestaltung bleibt diese jedoch ohne die Zustimmung des Chairmans wirkungslos. Jede Entscheidung bedarf seiner ausdrücklichen Billigung, bei Stimmengleichheit entscheidet er selbst. Agenda, Einladungen, Verlängerungen der Mitgliedschaft sowie institutionelle Anpassungen liegen vollständig in seiner Hand.
Auch der Ausschluss eines Mitgliedstaats kann vom Chairman initiiert werden. Ein Einspruch ist nur mit Zweidrittelmehrheit möglich. Das bestehende Machtgefälle ist damit nicht nur faktisch gegeben, sondern ausdrücklich satzungsrechtlich fixiert.
Der Militärstratege Mauro Gilli von der Hertie School ordnet dieses Modell als besonders offensive Form transaktionaler Politik ein. Während Tauschlogiken auch innerhalb der Vereinten Nationen nie vollständig abwesend gewesen seien, würden sie hier offen, personalisiert und ohne multilaterale Ausgleichsmechanismen institutionell verfestigt.
Mitgliedschaft und finanzielle Anreize
Zugang durch Kapital
Ein zentrales Merkmal des Board of Peace ist die enge Kopplung von Mitgliedschaft und finanzieller Leistungsfähigkeit. Mitgliedschaften sind grundsätzlich auf drei Jahre befristet und unterliegen der Verlängerung durch den Chairman. Eine Ausnahme gilt für Staaten, die innerhalb des ersten Jahres mehr als eine Milliarde US-Dollar einzahlen. Diese sind von der zeitlichen Begrenzung ausgenommen.
Der politische Einfluss bleibt dennoch begrenzt. Der eigentliche Anreiz zur Teilnahme liegt weniger im formalen Stimmrecht als in der Aussicht auf unmittelbaren Zugang zur US-Administration und zu Trump selbst. Loyalität und finanzielle Beiträge ersetzen damit klassische Formen gleichberechtigter Mitwirkung.
Internationale Reaktionen
Politische Anschlussfähigkeit
International stößt der Board of Peace auf ein geteiltes Echo. Der kanadische Regierungschef Mark Carney hat eine Einladung bereits angenommen. Innerhalb der Europäischen Union hat bislang nur Viktor Orbán zugesagt.
Einladungen gingen auch an Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko. Italien signalisiert unter Giorgia Meloni vorsichtiges Interesse, während Recep Tayyip Erdoğan ebenfalls kontaktiert wurde.
Deutschland reagiert zurückhaltend. Skepsis besteht sowohl gegenüber der faktischen Unabsetzbarkeit des Chairmans als auch gegenüber der hohen finanziellen Eintrittsschwelle bei zugleich begrenzten Mitspracherechten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lehnt eine Teilnahme ab und verweist auf grundlegende Unvereinbarkeiten mit den Prinzipien der Vereinten Nationen. Auch die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen vermeidet eine Zusage. In Großbritannien gilt eine Teilnahme unter Keir Starmer als unwahrscheinlich.
Schlussbetrachtung
Machtbasierte Ordnungspolitik
Das Board of Peace zielt auf die Etablierung eines personalisierten und hierarchisch angelegten Steuerungsmodells, das bestehende multilaterale Verfahren überformt oder partiell ersetzt. Frieden erscheint in diesem Ansatz als Folge von Loyalität, finanzieller Leistungsfähigkeit und unmittelbarem Zugang zu politischer Durchsetzungsmacht. Der Gaza-Konflikt bildet dabei vor allem den Ausgangspunkt für ein Projekt, das auf eine langfristige Verschiebung internationaler Einflussverhältnisse gerichtet ist. In dieser Perspektive erweist sich das Board of Peace als Instrument einer Ordnungspolitik realer Macht, in der politischer Einfluss aus tatsächlicher Durchsetzungsfähigkeit hervorgeht und nicht aus formaler Mitgliedschaft.
Update: Stand 23.01.2026
Staaten mit bestätigter Teilnahme oder Zusage
Bislang haben mehrere Staaten öffentlich oder über offizielle Regierungskanäle ihre Bereitschaft erklärt, dem Board of Peace beizutreten oder eine entsprechende Einladung anzunehmen. Die nachfolgende Aufstellung folgt den bislang dokumentierten Zusagen und Willensbekundungen:
- Ägypten – Offizielle Willensbekundung zur Teilnahme.
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Albanien – Zusage zur Mitgliedschaft.
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Argentinien – Zusage. Präsident Milei bezeichnete die Einladung als „Ehre“.
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Armenien – Premierminister Paschinjan akzeptierte Einladung.
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Aserbaidschan – Zustimmung zur Teilnahme gemeldet.
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Bahrain – Teilnahme bestätigt im Zusammenhang mit Abraham-Accords-Partnern.
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Belarus – Präsident Lukaschenko hat Zusage bekanntgegeben.
- Bulgarien – Teilnahme bestätigt.
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Indonesien – Teilnahmeerklärung veröffentlicht.
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Israel – Ministerpräsident Netanyahu stimmt der Teilnahme zu.
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Jordanien – Teilnahme bestätigt.
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Kasachstan – Präsident Tokajew hat Zusage abgegeben.
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Katar – Teilnahme bestätigt.
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Kosovo – Zusage zur Mitgliedschaft laut Berichten.
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Kuweit – Teilnahme bestätigt.
- Marokko – Teilnahme bestätigt.
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Pakistan – Teilnahme offiziell bestätigt.
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Saudi-Arabien – Beitritt gemeinsam mit Partnern bestätigt.
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Türkei – Teilnahmeerklärung zusammen mit anderen Staaten.
- Usbekistan – Zustimmung zur Mitgliedschaft.
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Vereinigte Arabische Emirate – Zusage zur Teilnahme.
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Vietnam – Teilnahme offiziell zugesagt.
Einordnung der Berichterstattung
Ergänzend ist zu berücksichtigen, dass einige Zusagen bislang nicht in förmlichen Regierungserklärungen, sondern über internationale Nachrichtenagenturen oder übereinstimmende Medienberichte bekannt wurden. Insbesondere Reuters zählt diese Staaten zu den frühzeitig bestätigten Teilnehmern, auch wenn einzelne Erklärungen nicht im Wortlaut veröffentlicht wurden.
Staaten mit Einladung ohne formelle Positionierung
Darüber hinaus haben einzelne Staaten eine Einladung erhalten, ohne bislang eine öffentliche Entscheidung über eine Teilnahme bekanntzugeben. In diesen Fällen ist offiziell weder eine Zustimmung noch eine Ablehnung erklärt worden:
- Australien – eingeladen, noch keine Zusage.
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Belgien – eingeladen, keine Zusage.
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Brasilien – eingeladen, bislang keine öffentliche Teilnahmeentscheidung.
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China – eingeladen, keine deklarierte Teilnahme.
- Griechenland – eingeladen, bislang keine öffentliche Teilnahmeentscheidung.
- Irland – eingeladen, bislang keine öffentliche Teilnahmeentscheidung.
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Indien – eingeladen, bislang keine öffentliche Teilnahmeentscheidung.
- Japan – eingeladen, bislang keine öffentliche Teilnahmeentscheidung.
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Kanada – ursprüngliche Einladung zurückgezogen.
- Kroatien – eingeladen, bislang keine öffentliche Teilnahmeentscheidung.
- Niederlande – eingeladen, bislang keine öffentliche Teilnahmeentscheidung.
- Neuseeland – eingeladen, bislang keine öffentliche Teilnahmeentscheidung.
- Österrreich – eingeladen, bislang keine öffentliche Teilnahmeentscheidung.
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Polen – Einladung erwähnt, keine Teilnahmeentscheidung öffentlich bekannt.
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Russland – eingeladen, Teilnahme wird von der Palästina-Frage abhängig gemacht.
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Serbien – eingeladen, bislang keine öffentliche Teilnahmeentscheidung.
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Südafrika – eingeladen, bislang keine öffentliche Teilnahmeentscheidung.
- Südkorea – eingeladen, bislang keine öffentliche Teilnahmeentscheidung.
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Ukraine – eingeladen, nicht entschieden.
- Vatikan – eingeladen, Entscheidung wird geprüft.
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Zypern – eingeladen, bislang keine öffentliche Teilnahmeentscheidung.
Länder mit expliziter Ablehnung oder Skepsis
Einige Staaten haben eine Teilnahme abgelehnt oder deutlich Skepsis geäußert, dass sie gedenken, Teil des Boards zu werden:
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Frankreich, Norwegen, Schweden – Teilnahme abgelehnt.
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- Slowenien – Teilnahme abgelehnt
- Finnland – eingeladen, Teilnahme derzeit nicht vorgesehen; politische und verfassungsrechtliche Vorbehalte.
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Italien – eingeladen, Teilnahme möglich; derzeit noch politische und verfassungsrechtliche Vorbehalte.
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Deutschland – eingeladen, Teilnahme derzeit nicht vorgesehen; politische und verfassungsrechtliche Vorbehalte.
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Großbritannien – Teilnahme abgelehnt oder nicht bestätigt.
Glossar – Zentrale Begriffe
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Board of Peace (Friedensrat)
Informelles, US-geführtes internationales Gremium mit globalem Anspruch, das auf zentrale Entscheidungsführung, selektive Mitgliedschaft und finanzielle Beiträge setzt und außerhalb klassischer multilateraler Verfahren operiert. -
Exklusive Ordnungspolitik
Form internationaler Steuerung, bei der politische Stabilität durch einen begrenzten Kreis handlungsfähiger Akteure hergestellt wird, die über privilegierten Zugang zu Entscheidungsprozessen verfügen. -
Heilige Allianz
1815 nach dem Wiener Kongress geschlossenes Bündnis zwischen Russland, Österreich und Preußen, das auf personaler Bindung der Monarchen, informeller Abstimmung und präventiver Ordnungspolitik beruhte. Ziel war die Stabilisierung der europäischen Nachkriegsordnung durch einen engen Kreis entscheidungsfähiger Mächte außerhalb parlamentarisch verfasster und völkerrechtlich stark institutionalisierter Verfahren. -
Heilige Allianz 2.0
Analytische Bezeichnung für eine moderne Form personalisierter Ordnungspolitik, die strukturelle Parallelen zu historischen Ordnungsbündnissen aufweist, insbesondere im Hinblick auf Exklusivität, informelle Abstimmung und Konzentration von Entscheidungsmacht. -
Hierarchisierte Kooperation
Kooperationsform zwischen Staaten, bei der formale Gleichrangigkeit durch abgestufte Einflussmöglichkeiten ersetzt wird und zentrale Akteure über erweiterte Steuerungsbefugnisse verfügen. -
Multilaterale Ordnung
Internationales System formalisierter Institutionen und Regeln, das auf rechtlicher Gleichheit der Mitgliedstaaten, kollektiver Entscheidungsfindung und institutionalisierter Legitimation beruht, etwa im Rahmen der Vereinten Nationen. -
Personalisierte Führung
Organisations- und Entscheidungsstruktur, bei der zentrale Kompetenzen dauerhaft auf eine einzelne Person konzentriert sind und institutionelle Kontrolle nachgeordnet bleibt. -
Transaktionale Diplomatie
Außenpolitischer Ansatz, bei dem politische Unterstützung, Loyalität oder Kooperation an konkrete materielle, finanzielle oder sicherheitspolitische Gegenleistungen gebunden werden. -
Zentralisierte Entscheidungsstruktur
Institutionelles Modell, in dem Agenda-Setting, Mitgliedschaft, Abstimmungsregeln und strategische Prioritäten von einer zentralen Instanz kontrolliert werden.
Kommentiertes Quellenverzeichnis
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Board of Peace – Geleakte Charta (Medienberichte)
Zentrale Primärquelle für die institutionelle Analyse. Die Charta enthält Regelungen zu Vorsitz, Entscheidungsrechten, Mitgliedschaft, finanziellen Zugangsvoraussetzungen sowie zur langfristigen Ausgestaltung des Gremiums und erlaubt belastbare Rückschlüsse auf Machtverteilung und Steuerungslogik. -
Financial Times
Analysen zu US-Außenpolitik und institutionellen Innovationen
Nüchterne Einordnung der außenpolitischen Rationalität hinter neuen US-geführten Formaten sowie ihrer wirtschaftlichen und geopolitischen Implikationen. -
Hertie School, Mauro Gilli
Fachanalysen zu transaktionaler Außen- und Sicherheitspolitik
Wissenschaftlicher Referenzpunkt zur Einordnung des Board of Peace als explizit institutionalisierte Form transaktionaler Politik jenseits klassischer multilateraler Arrangements. -
Politico
Hintergrundberichte zu Struktur und Personal des Board of Peace
Besonders relevant für die Rekonstruktion personeller Netzwerke, informeller Einflusskanäle und der politischen Debatte in den USA und Europa. -
Reuters
Kurzmeldungen zu internationalen Reaktionen
Verlässliche Quelle für faktenorientierte Informationen zu Zusagen, Ablehnungen und diplomatischen Vorbehalten einzelner Staaten. -
The Economist
Analysen zur Krise multilateraler Institutionen
Bietet den übergeordneten ordnungspolitischen Rahmen zur Bewertung paralleler internationaler Organisationsmodelle und zur Konkurrenz zwischen formellen und informellen Institutionen. -
The Globe and Mail
Berichterstattung zur kanadischen Teilnahme
Relevante Quelle zur internationalen Anschlussfähigkeit des Board of Peace aus Sicht eines mittelgroßen westlichen Staates. -
Vereinte Nationen
Charta der Vereinten Nationen und institutionelle Praxis
Vergleichsmaßstab für Mandat, Legitimation, Entscheidungsverfahren und Bindungswirkung klassischer multilateraler Institutionen. -
White House
Statements und Fact Sheets zum Board of Peace
Offizielle Primärquelle zur Selbstdarstellung, Zielsetzung und zum Gaza-Bezug des Gremiums aus Sicht der US-Administration.
